Geschichtsverein Westuffeln e.V.
Sie sind hier: Startseite » Mundart » Das Westüüfelsche Platt

Das Westüüfelsche Platt

Liebe Freunde der Westuffelner Mundart

In Westuffeln wird seit vielen Jahrhunderten Platt gesprochen. Es handelt sich um einen niederdeutschen Dialekt, der sich bis heute fast unverändert erhalten hat – trotz der nahen Sprachgrenze zu den hochdeutschen Dialekten. Die Westuffelner Mundart ist ein niederdeutscher Dialekt und das "Niederdeutsch" – umgangssprachlich auch "Plattdeutsch" genannt – ist eine eigene Sprache. Sie gilt nicht etwa als Mundart des Hochdeutschen. Die Sprachgrenze, die sogenannte Benrather Linie, ist hier ganz in der Nähe; bereits in Kassel und weiter südlich wird ja ein hochdeutscher Dialekt gesprochen, während Niederdeutsch die Sprache in Deutschland nördlich von Kassel bis zum Meer war und ist. Gerade in Norddeutschland wird niederdeutsch ganz selbstverständlich gesprochen, es gibt Radio- und Fernsehsendungen auf Platt, viele Laientheater spielen Stücke in Mundart und sogar in der Schule werden die Schüler teilweise auf Platt unterrichtet. Auch in vielen anderen Regionen Deutschlands werden Mundarten gesprochen, man denke nur an Sachsen, Schwaben („Wir können alles außer Hochdeutsch!“) oder Bayern. Leider ist unsere Mundart nicht mehr so präsent, im Alltag ist sie kaum noch zu hören – am ehesten vielleicht samstagmorgens bei Finis an der Brötchentheke.

Noch einmal zurück zur Sprachgrenze. Es ist kein Zufall, dass die „Fachwerkgrenze", die etwa mitten im Landkreis Kassel verläuft, mit der wichtigsten deutschen Sprachgrenze zusammenfällt, die die hochdeutschen von den niederdeutschen Mundarten trennt. Die sog. Benrather Linie – benannt nach dem Ort, an dem die Sprachgrenze den Rhein überquert - stellt die Grenze zwischen dem nieder- und hochdeutschem Sprachgebiet dar (auch "Ick-Ich-Linie" oder "Maken-Machen-Linie" genannt). Beispielsweise zählt die Mundart von Holzhausen im Reinhardswald noch zu den mitteldeutschen Mundarten, in den Nachbarorten Wilhelmshausen und Immenhausen wird bereits Niederdeutsch gesprochen. Ein weiteres Beispiel sind auch die Orte Altenstädt (heute ein Stadtteil von Naumburg) und Bründersen (heute ein Stadttteil von Wolfhagen). Obwohl sie nur zwei Kilometer voneinander entfernt liegen, spricht man einen anderen Dialekt. Hinter der Wasserscheide zwischen Eder und Diemel an der mittelalterlichen hessisch-(nieder-)sächsischen Grenze, verläuft die Sprachgrenze zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch.