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Spendenaktion für Ghana

GHANA UPDATE #19 |
Spendenaktion vom Geschichtsverein Westuffeln

Heute möchte ich über eine ganz tolle Aktion berichten und mich damit auch nochmal ganz lieb beim Geschichtsverein Westuffeln bedanken. Bei ihrer Ausstellung Anfang Mai, die sich rund um „Schule und Bildung im Wandel der Zeit“ drehte, wurden Spenden für meine Schule gesammelt. Und heute möchte ich gerne die Ergebnisse mit Euch teilen. Insgesamt kamen ca. 300 Euro zusammen.

Ich habe mich mit Evelyn zusammengesetzt und überlegt, wo das Geld am besten investiert werden könnte, denn ich wollte nicht Summe X an den Schulleiter geben. Da ich mir gerade da in Sachen Korruption nicht sicher bin. Mir war es wichtig, dass das Geld direkt bei den Kindern ankommt.

Also haben wir uns dazu entschieden für zwei Kinder die Schulgebühren für das kommende Jahr zu übernehmen, sowie ein Taschengeld pro Term auszuzahlen und für ihre Hygieneartikel aufzukommen. Gerade diese sind in Ghana verhältnismäßig teuer – gleicher Preis wie in Deutschland – aber dazu später mehr. Letztendlich habe ich mich für zwei Mädchen entschieden, die recht spät eingeschult wurden und bereits im Teenageralter sind. Sie besuchen erst die zweite Klasse und erbringen sehr gute Leistungen. Die Mütter sind beide Alleinerziehend und deswegen kommen Vera und Sandra oft erst vier Wochen nach Schulbeginn zur Schule, bis ihre Mütter eben das Schulgeld aufgebracht haben.

Zudem wollte ich gerne noch etwas für meine ganze Kindergarten Klasse machen, deswegen gab es für alle ein neues Paar „Slippers“. Die Kinder laufen viel Barfuß, was gerade bei dem Untergrund auf dem Schulgelände und den gefährlichen Tieren, wie Skorpionen, nicht gut ist. Meistens spielen sie auch barfuß Fußball.

Jetzt möchte ich noch ein anderes Thema anschneiden bezüglich Hygiene. Die Menstruation ist hier bei den Mädchen ein großes Thema und leider sind Binden finanziell nicht für alle zugänglich. Das hat die Folge, dass oft Blätter oder Moos verwendet werden. Tampons gibt es hier gar nicht. Neben der Hygiene, leiden vor allem die jüngeren Mädchen unter Scham.
Wir haben uns schon öfter darüber unterhalten, ob wir nicht sowas wie eine Ausgabe dafür einrichten, wo sich jedes Mädchen bei Bedarf etwas holen kann. Aber das wäre nichts auf Dauer, denn wir wären immer drauf angewiesen, dass uns eine Lehrerin unterstützt und das Ganze koordiniert, wenn wir nicht mehr da sind. Durch Zufall sind Stephanie und ich dann auf ein tolles Projekt in Accra gestoßen, bei welchem mehrfachverwendbare Stoffbinden verkauft werden. Wir konnten es auch dank dieser Spenden und mit weiteren Spenden aus Amerika möglich machen, dass nun jedes Mädchen an dieser Schule mehrere Stoffbinden bekommt.
Es ist schön, dass wir damit eine langfristige Lösung finden konnten.

Medase paa!
(„Vielen Dank“ auf Fante)

Katrin Kloppmann

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