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Winterwanderung nach Siemessen

Winterwanderung nach Siemessen

Rund 80 geschichtsinteressierte Wanderer fanden sich bei hervorragendem Wanderwetter mit Sonnenschein am Treffpunkt ein, um bei der Winterwanderung des Geschichtsvereins Westuffeln das Gebiet der Wüstung Simessen zu erkunden. Simessen lag in der südöstlichen Gemarkung Westuffelns an der Grenze zu Meimbressen, Ortslage und Feldflur wurden nach der Wüstlegung wohl zwischen den Dörfern aufgeteilt. Wann das Dorf besiedelt war bzw. wann und warum es aufgegeben wurde, ist nicht überliefert. Die Wüstlegung muss jedoch schon lange vor dem Dreißigjährigen Krieg erfolgt sein, denn 1528 wird Simessen bereits als Wüstung beschrieben. Eine andere überlieferte Schreibweise ist übrigens „Simsen“.

Nach dem Start am Parkplatz des Friedhofes in Westuffeln ging die Wanderung zunächst Richtung Loh bis zu Düstern Linden an der Lohbeeke, die leider durch den jüngsten Sturm Friedericke dezimiert wurden. Dann ging es weiter Richtung Süden zum Gemarkungsteil mit den Namen Simessen, Simesser Hof und Simesser Hofwald. Hier gab es Informationen zur Wüstung und zu einer Baumschule im Simesser Hof, die von Revierförster Barndt im Auftrag der Waldinteressenten Westuffeln Anfang der 1950er Jahre angelegt wurde. Für einen Stundenlohn von 80 Pfennigen wurde eine Kahlfläche von Hand umgegraben und viele Tausend Baum-Setzlinge gepflanzt. Informiert wurden die Teilnehmer auch von Wilhelm Kraft zur Waldbewirtschaftung der Waldinteressenten, Bernd Neutze zu Grundmauerfunden bei Kulturarbeiten auf Meimbresser Seite und von Hermann Berndt zum Absturz zweier amerikanischer Flugzeuge nach Kriegsende, die sich versehentlich in der Luft berührt hatten.

Danach ging es zur Jagdhütte im Hagen, deren Vorplatz dankenswerterweise von den Jagdpächtern des Jagdbezirks Süd zur Verfügung gestellt wurde. Dort gab es eine von Anna Finis und Brunhilde Butterweck gekochte heiße Reissuppe und heißen Tee zum Aufwärmen. Auch mit leckeren Schmalzenbroten konnten sich die Teilnehmer stärken.

Weiter ging es durch die Ellern im Hagen Richtung Schürenborn, der über einen Parallelweg zur Trift und einen neu angelegten Waldweg Richtung Ernastraße umrundet wurde. Hier merkte man auch gleich den Höhenunterschied, denn im Wald lag noch eine geschlossene Schneedecke. Wieder gab es Informationen für die Wanderer, diesmal über das Quellgebiet im Schürenborn, aus dem das 1909 erbaute Westuffler Wasserwerk das Wasser bezog und bis heute noch bezieht. Ein Vertrag über die Nutzung der Quelle musste zwischen der Gemeinde Westuffeln und den Meimbresser Waldinteressenten, den Grundstückseigentümern, geschlossen werden. Nach schwierigen Verhandlungen und unter massivem Druck des damaligen Landrates von Rieß erhielt Westuffeln die Nutzungsrechte für 3.000 Mark und konnte seine Wasserleitung bauen.
Schließlich gelangte die Wandergruppe auf die Ernastraße, die etwa zur gleichen Zeit fest ausgebaut und nach der Ehefrau des damaligen Eigentümers des Gutes Laar Karl von Starck benannt wurde. Die letzte Station war dann das Eichentor der Ernastraße, von da aus ging es über die Wiesen im Loh wieder zurück Richtung Westuffeln.

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